06.12.2025
Der Winter bringt jedes Jahr neue Herausforderungen mit sich – vereiste Wege, schlechte Sichtverhältnisse, Kälte und ein erhöhtes Unfallrisiko. Umso wichtiger ist es, dass du in einem Notfall nicht nur schnell, sondern auch sicher reagierst. Denn wer Erste Hilfe leistet, soll sich selbst nicht in Gefahr bringen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Risiken im Erste-Hilfe-Einsatz erkennst, häufige Winter-Notfälle richtig einschätzt und dich optimal auf Ernstfälle vorbereitest.
Auch wenn dein erster Impuls ist, sofort zu helfen, gilt im Notfall immer: Die eigene Sicherheit geht vor. Folgende Risiken solltest du kennen und vermeiden:
Vermeide ungesicherte Absturzkanten oder Bereiche ohne Geländer. Wenn der Boden nicht sichtbar ist, prüfe die Trittsicherheit – besonders bei Schnee oder Laub. Eisflächen sind tabu, da sie tückisch und brüchig sein können.
Gerade im Winter können Flächen vereisen. Wische bei Möglichkeit glatt gewordene Bereiche trocken oder passe deine Gehgeschwindigkeit an. Saubere Schuhsohlen helfen, die Rutschgefahr zu minimieren.
Nicht nur der Boden birgt Risiken. Unter Dächern oder Vordächern drohen herabfallende Eiszapfen oder Dachlawinen. Erkennst du solche Gefahren, mach andere darauf aufmerksam und sperre den Bereich wenn nötig ab.
Bei Einsätzen in der Nähe einer Strasse ist das Tragen einer Warnweste Pflicht. Achte darauf, dass dich herannahende Fahrzeuge erkennen, bevor du die Fahrbahn betrittst.
Prüfe Schaufeln, Werkzeuge oder Hilfsmittel auf Schäden, bevor du sie benutzt. Defekte Geräte können dich – und andere – zusätzlich gefährden.
Wintereinsätze sind körperlich anspruchsvoll. Pausiere regelmässig, wärme dich auf und trinke etwas. Überanstrengung nützt niemandem und kann dich selbst zur verletzten Person machen.
Mit sinkenden Temperaturen steigt das Risiko für typische Wintersituationen, in denen Erste Hilfe gefragt ist:
Wer diese Risiken kennt, kann im Ernstfall schneller und gezielter handeln.
Viele Notfälle erfordern die Unterstützung durch Rettungsdienst oder Feuerwehr. Damit deren Einsatz so reibungslos wie möglich verläuft – und du selbst geschützt bleibst – helfen diese bewährten Massnahmen:
Im Winter sind Hausnummern oft verschneit oder schlecht beleuchtet. Das kostet im Notfall wertvolle Sekunden. Sorge dafür, dass deine Hausnummer von der Strasse aus gut sichtbar bleibt – oder weise die Rettungskräfte aktiv ein.
Geräumte Wege und gestreute Flächen verhindern Stürze und ermöglichen eine sichere Zufahrt für Rettungsfahrzeuge.
Befindet sich die Unfallstelle an einem abgelegenen oder schwer einsehbaren Ort, ist eine einweisende Person hilfreich. Alternativ kann eine Taschenlampe genutzt werden, um sich bemerkbar zu machen.
Halte im Auto stets eine warme Decke bereit – idealerweise eine robuste Woll- oder Katastrophenschutzdecke. Sie schützt dich und Verletzte vor Auskühlung, besonders bei Pannen oder Wartezeiten neben der Strasse.
Trage helle Kleidung oder solche mit Reflektoren. Dunkle Wintermode macht dich nahezu unsichtbar – besonders in der Dämmerung. Sichtbarkeit kann im Notfall Leben retten.
Wer im Winter Erste Hilfe leisten will, sollte nicht nur wissen, wie, sondern auch wo und unter welchen Bedingungen er hilft. Mit der richtigen Vorbereitung, angepasster Kleidung, Aufmerksamkeit und einer vorausschauenden Gefahreneinschätzung kannst du im Ernstfall wertvolle Unterstützung leisten – ohne dich selbst in Gefahr zu bringen.