07.12.2025
Viele Menschen zögern im Notfall, weil sie glauben, nicht genug zu wissen oder zu wenig zu können. Doch genau diese Angst ist ein grosses Hindernis in der Ersten Hilfe. Die Wahrheit ist: Ersthelfer müssen keine Profis sein – und sie dürfen es auch gar nicht. Wer versteht, wo die eigenen Grenzen liegen, reagiert im Ernstfall mutiger, schneller und sicherer.
Die wichtigste Aufgabe eines Ersthelfers ist es, den Notfall zu erkennen, Hilfe zu rufen und einfache lebensrettende Massnahmen einzuleiten.
Alles, was darüber hinausgeht, gehört ins Fachgebiet von Profis wie Sanität, Feuerwehr oder Polizei.
Zu den Kernaufgaben von Ersthelfern gehören:
Mehr braucht es nicht, um Leben zu retten – und mehr wird auch nicht erwartet.
Niemand erwartet, dass Laien Herzrhythmusstörungen erkennen, innere Verletzungen beurteilen oder medizinische Entscheidungen treffen.
Unwissenheit ist kein Problem – Untätigkeit schon.
Die Sanität klärt alles Weitere ab.
Perfektion ist im Notfall kein Ziel.
Eine Herzmassage, die nicht perfekt tief oder nicht im perfekten Rhythmus ist, ist immer besser als gar keine.
Profis korrigieren, übernehmen und optimieren – Ersthelfer überbrücken wertvolle Minuten.
Viele fürchten, „Schuld“ zu sein, wenn etwas schiefgeht. Diese Angst ist unbegründet:
Selbstschutz hat oberste Priorität.
Niemand soll sich in Gefahr bringen – weder bei Bränden noch im Strassenverkehr oder bei Gewalt.
Erst helfen, wenn die Umgebung sicher ist.
Ein AED (Defibrillator) ist das einzige komplexere Gerät, das Laien einsetzen sollen – weil er selbsterklärend ist.
Alles andere (Infusionen, Medikamente, Sauerstoff) gehört ausschliesslich in professionelle Hände.
Es ist normal, nervös oder überfordert zu sein. Auch Profis spüren Stress – nur haben sie mehr Routine.
Ersthelfer dürfen:
Wichtig ist einzig, dass sie überhaupt handeln.
Wenn Menschen wissen, dass sie nicht alles können müssen, sinkt die Hemmschwelle enorm.
Ersthelfer werden aktiver, handeln selbstbewusster und rufen schneller Hilfe.
Studien zeigen:
👉 Schon wenige einfache Handlungen erhöhen die Überlebenschancen massiv.
Es braucht nicht viel – nur Mut, Klarheit und den Willen, etwas zu tun.
Auch wenn Ersthelfer keine Profis sein müssen, hilft es, die eigene Sicherheit zu stärken:
Diese kleinen Schritte geben Sicherheit und reduzieren die Wahrscheinlichkeit einer Schockstarre.
Ersthelfer retten Leben – nicht durch Perfektion, sondern durch Handeln.
Wer weiss, was er nicht können muss, reagiert im Notfall schneller und mutiger.
Es geht nicht darum, alles richtig zu machen – sondern überhaupt etwas zu machen.